Drogenprävention

PRÄVENTION IM WANDEL DER ZEIT

Das Verständnis der Prävention, die Forderungen und Wünsche der Gesellschaft an sie sind zeitgeistabhängig. Das heisst, dass sich die Prävention in stetiger Wechselwirkung mit Politik, Suchtforschung und den vorherrschenden Paradigmen entwickelt und wandelt. Dadurch prägt die Gesellschaft, zusammen mit den Fachleuten, die Steuerung und Definition der Prävention.

In den 70er-Jahren, mit dem Anstieg des Konsums illegaler Drogen, begann die eigentliche “Drogenprävention”. Sie konzentrierte sich vor allem auf die Verhinderung des Konsums Jugendlicher von illegalen Drogen und arbeitete anfänglich stark mit den Mitteln der Abschreckung.
Heute wendet sich die Prävention an die gesamte Bevölkerung. Sie fokussiert auf die Suchtentwicklung im Bereich der legalen und illegalen Suchtmittel wie auch der stoffungebundenen Süchte.
Das zentrale Anliegen der Prävention ist, Menschen und Organisationen zu befähigen, sich in komplexen Situationen konstruktiv und ressourcenorientiert zu bewegen. Dies gilt als ein wesentlicher Schutzfaktor vor Abhängigkeiten.

DIE PRÄVENTION IM AVS VERSTEHT SICH ALS SUCHTPRÄVENTION

Die Wirkungsfelder der Prävention sind vielfältig.
Primärprävention setzt bei den möglichen Ursachen von Sucht an. Sie umfasst die ganze Bevölkerung. Sie sieht den Menschen in Zeit und Raum, das heisst, sie setzt sich mit Wechselwirkungen, Rahmenbedingungen und Zeiträumen auseinander.

Sie unterstützt Individuen, Gruppen und Organisationen im Umgang mit Spannungsfeldern so, dass Entwicklung und nicht Abhängigkeit entsteht. In diesem Sinne nimmt die Primärprävention Fragestellungen auf, überdenkt Entscheidungen und Situationen, fordert Menschen und Organisationen dazu auf, sich gestaltend und aktiv mit Lebensumständen und -themen auseinander zu setzen.

Sekundärprävention beschäftigt sich vorrangig mit Früherkennung und hilft Zeichen einer möglichen Suchtentwicklung zu erkennen und zu deuten. Sie entwickelt mit den Betroffenen zusammen Handlungsalternativen. In der Sekundärprävention überschneiden sich die Arbeitsgebiete von Prävention und Beratung, was eine enge Zusammenarbeit bedingt.

WIE WIR ARBEITEN

Unsere Präventionsangebote sind als Massnahmenpakete zu verstehen, die nachhaltig wirken sollten.
Sie siedeln sich in der Regel auf der strukturellen sowie der individuellen Ebene an.

Auf individueller Ebene geht es um:

– Fördern der sozialen Kompetenz (z.B. Konfliktverhalten, Verhalten in Gruppen, Kommunikationsfähigkeit)

– Stärken der persönlichen Ressourcen (z.B. Fähigkeiten und Erfahrungen nutzen, Problemverarbeitungsfähigkeit, Genussfähigkeit, Umgang mit Stress, Verbindungen schaffen, Selbstvertrauen unterstützen)

– Das Befähigen Interessierter und Verantwortlicher, als Multiplikator/innen in Gruppen und Organisationen präventiv zu wirken

– Informieren über Suchtmittel, Suchtentwicklungen, Zusammenhänge

Auf struktureller Ebene:

– Analysieren von Strukturen und Abläufen in Organisationen in Bezug auf die Anliegen der Prävention

– Unterstützen von Entwicklungen und Implementierung von präventiv wirkenden Strukturen und Kulturen

– Begleiten von Präventionsprozessen in Organisationen

– Anbieten von Projekten, Kursen, Weiterbildungen, Referaten

– Vermitteln von Präventionsangeboten und Projekten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und anderer Institutionen

– Unterstützen und Vernetzen von vorhandenen Ressourcen.

ZIELGRUPPE

Grundsätzlich richten sich die Angebote der AVS-Prävention an die ganze Bevölkerung der Bezirke Brugg, Kulm, Laufenburg, Lenzburg, Rheinfelden und Zofingen. In der Praxis sieht es so aus, dass sich unsere Arbeit stark auf Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen sowie Schlüssel- und Bezugspersonen konzentriert. Auf diese Weise nutzen wir unsere personellen Ressourcen optimal und ermöglichen eine suchtpräventive Breitenwirkung durch Multiplikatorinnen und Multiplikatoren.

Zielgruppenschwerpunkte sind Organisationen: Schulen, Betriebe, Gemeinden, Behörden, Kirchen, Polizei, Vereine, Verbände, Jugendarbeit, Anbieter im Freizeitbereich Erwachsene, die Kinder und Jugendliche begleiten (Eltern, Lehrpersonen, Lehrmeister/innen, Jugendleiter/innen, Spielgruppenleiter/innen, Kindergärtner/innen usw.)

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